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"Mord an einer Kinderseele" 

Ein Erwachsener oder älterer Jugendlicher erzwingt bzw. führt mit einem Kind oder einem Menschen, der auf die Hilfe anderer angewiesen ist, sexuelle Handlungen aus. Der Täter oder die Täterin befriedigt damit die eigenen Bedürfnisse nach Macht und Überlegenheit.

Opfer sexueller Gewalt sind überwiegend Mädchen, aber auch Jungen werden sexuell missbraucht. Nicht selten sind schon sehr kleine Mädchen und Jungen betroffen, denn auch Säuglinge und Kleinkinder werden sexuell ausgebeutet.

Mädchen und Jungen werden gezwungen, lüsterne Blicke und Redensarten zu ertragen, Zungenküsse zu geben, sich nackt zu zeigen, sich berühren zu lassen, den Missbraucher nackt zu sehen und ihn anzufassen, Pornographie anzusehen, bei Pornoaufnahmen mitzumachen, den Erwachsenen mit der Hand oder mit dem Mund zu befriedigen. Mädchen und Jungen werden vergewaltigt, anal, oral oder vaginal mit Fingern, Gegenständen oder dem Penis. 

Dies sind nur einige Beispiele. Darüber hinaus werden Mädchen und Jungen zu allen vorstellbaren - und manchmal auch unvorstellbaren Praktiken gezwungen.


Wer ist betroffen?

       
Der Täter oder die Täterin verpflichtet das Kind bzw. die abhängige Person, den Missbrauch geheim zu halten. Das Kind kann und darf nicht sprechen, hat damit keine Möglichkeit sich zu wehren und ist vollkommen hilflos. Der missbrauchende Erwachsene plant den sexuellen Missbrauch und wiederholt ihn auch meist.


          "Angriff auf das Menschsein"


Sexueller Missbrauch findet in allen sozialen Schichten statt. Die Opfer sind Mädchen und Jungen jeden Alters. Die Täter kommen erfahrungsgemäß aus dem nahen Umfeld der Kinder, oft aus der eigenen Familie. Sie sind ganz normale Männer, manchmal auch Frauen, und niemand in ihrer Umgebung kann sich vorstellen, was sie Kindern antun. Dies gilt auch für sexuellen Missbrauch an Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung.

Kinder brauchen Liebe, Fürsorge und Schutz von Erwachsenen. Sie vertrauen ihnen und sind von ihnen abhängig. Dieses Vertrauen und diese Abhängigkeit missbraucht der Täter oder die Täterin, wenn er oder sie ein Mädchen oder einen Jungen zu sexuellen Handlungen überredet oder zwingt.

Die Erfahrung des sexuellen Missbrauchs beeinträchtigt die Entwicklung des Kindes aufs Äußerste und wird seine Seele immer überschatten.

 

Andere Formen von Gewalt


Sexueller Missbrauch ist nur eine Form von Gewalttätigkeit. Auch andere Formen von Gewalt finden oft innerhalb von Partnerschaft, Ehe und Familie statt. Männer üben Gewalt an Frauen aus, indem sie sie sexuell nötigen, vergewaltigen oder körperlich misshandeln. Häufig misshandeln Erziehungsberechtigte die eigenen Kinder. Aufgrund ihrer Abhängigkeit sind die Mädchen und Jungen ihnen ausgeliefert.


Zahlen


In der Bundesrepublik Deutschland werden laut Kriminalstatistik jährlich mehr als 15.000 Fälle von sexuellem Missbrauch im Sinne des _176 StGB bekannt. Die Dunkelziffer liegt aber weitaus höher. ExpertInnen gehen von 150.000 bis 300.000 Fällen aus. Somit ist sexuelle Gewalt gegen Kinder so häufig, dass wir wohl alle ein betroffenes Mädchen oder einen betroffenen Jungen kennen. In jedem Kindergarten, in jeder Schule gibt es ein Kind, das sexuell missbraucht wird.

Warum macht sexueller Missbrauch sprachlos?

 

Angst:

"Dann bringe ich dich und deine Mutter um."


Der Missbrauchende plant Situationen, in denen er mit dem Kind alleine ist. Er baut den Missbrauch schleichend auf und zwingt das Kind oft unter massiven Drohungen "es" geheim zu halten. Seine Drohungen untermauert er, indem er z. B. ein Haustier tötet, um dem Kind abermals seine Macht zu demonstrieren. Mehr und mehr werden die Kinder in diesen Kreislauf von Bedrohung, Angst und 
Missbrauch hineingezogen. Sie haben große Angst und sind überzeugt, dass ihr Peiniger seine Drohungen wahr machen wird, sobald sie das Schweigegebot brechen.


Loyalität zum Missbraucher

"Ich muss dann ins Gefängnis und du musst ins Heim."


Gerade wenn sexueller Missbrauch im sozialen Nahraum oder gar in der Familie stattfindet, erleben die Kinder durch den Missbrauchenden selten nur sexuelle Gewalt. Er teilt mit dem Kind den Alltag, er spielt mit ihm, hilft ihm bei den Hausaufgaben, versorgt es im Krankheitsfall. Natürlich ist diese Bindung besonders eng, wenn es sich um den Vater handelt.

Deshalb wollen betroffene Kinder nichts anderes, als dass der Missbrauch aufhört. Denn wie alle Kinder wollen sie ihr Leben mit Eltern bzw. Vertrauenspersonen teilen, die sie lieben und die für sie da sind. Muss das Kind aber befürchten, dass diese Sehnsucht nach einer heilen Familie vollends zerstört würde, wenn es "darüber" spräche, schweigt es lieber weiter. Es nimmt sogar wieder zurück, was es schon gesagt hat. 


Scham- und Schuldgefühle

"Das macht dir doch Spaß. - Du bist so süß, da kann ich gar nicht anders."

Der Täter macht das Kind nicht nur verantwortlich für das, was passieren würde, wenn es sein Schweigen bräche. Meist schreibt er ihm noch die Verantwortung für den Missbrauch selbst zu. Oft sind die betroffenen Kinder davon überzeugt, dass sie allein an allem schuld sind. Sie schämen sich fürchterlich für das, was ihnen zustößt, oder für das, was sie tun. Sie sprechen aus Scham- und Schuldgefühlen nicht, sogar nach Jahrzehnten. Viele Männer und Frauen haben ihr ganzes Leben nie über den sexuellen Missbrauch in ihrer Kindheit gesprochen.


Schutzmechanismen der Seele 

"War das heute Nacht wirklich oder habe ich, wie Mama sagt, doch nur geträumt?"

Um die massiven Eingriffe in die körperliche und seelische Unversehrtheit überleben zu können, entwickelt die Psyche der missbrauchten Kinder Schutzmechanismen. Diese reichen von Wahrnehmungsverzerrungen - "ich finde das eklig, aber Papa sagt, das ist schön" - über Spaltungsmechanismen - "am liebsten möchte ich gar nichts mehr spüren" - bis hin zu Psychosen - sexueller Missbrauch kann verrückt machen.

Die Opfer sexuellen Missbrauchs schieben das furchtbare Geschehen möglichst weit weg, um es überhaupt aushalten zu können. Denn sprechen sie es aus, rückt es wieder bedrohlich nahe heran. Auch deshalb reden Kinder und später Erwachsene nicht über die schrecklichen Erfahrungen.




Tabuisierung von sexuellem Missbrauch

"
Ich glaube nicht, dass der so was macht. Das hat sie sich bestimmt nur ausgedacht."

Zwar ist es für unsere Gesellschaft mittlerweile bittere Realität, dass es sexuellen Missbrauch in den Familien gibt, doch können und wollen wir uns niemanden aus unserem familiären Umfeld oder aus unserem Freundes- und Bekanntenkreis vorstellen, der dazu fähig wäre. Dieses Tabu zu brechen, bleibt für betroffene Kinder und Erwachsene immens schwer.

Selbst wenn sexuell missbrauchte Kinder ihren ganzen Mut zusammennehmen und ihr Schweigen brechen, wird ihnen oft nicht geglaubt, sondern Wichtigmacherei, rege Phantasie oder bewusstes Lügen unterstellt. Die Personen, denen sich die Kinder anvertrauen, verschließen Augen und Ohren, weil sie nicht wissen, wie sie helfen können, weil ihnen die Sprache fehlt, das Ungeheuerliche wiederzugeben, weil sie niemanden fälschlich verdächtigen wollen, sich nicht für zuständig halten oder um ihre Existenz fürchten. 



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